Devotio moderna

Devotio moderna
Devotio modẹrna
 
[lateinisch »neue Frömmigkeit«], religiöse Erneuerungsbewegung des 14./15. Jahrhunderts Sie betonte statt der objektiven und an äußere Formen gebundenen Frömmigkeit des Mittelalters die praktisch-erbauliche Betrachtung und mystische Versenkung des Einzelnen in das Leben Jesu. An die Stelle des mönchisch-klösterlichen Frömmigkeitsideals trat ein praktischer Weltchristentum der tätigen und helfenden Liebe (Krankenpflege, Armenfürsorge, Schulen); das ethische Interesse verdrängte das dogmatische. Aus dem Geist der D. m. entstand um 1420 die Nachfolge Christi des Thomas von Kempen. Die D. m. nahm innerhalb der katholischen Kirche das Frömmigkeitsideal des Pietismus vorweg; von Bedeutung war ihr Einfluss u. a. auch auf Ignatius von Loyola.
 
Die D. m. ging aus von dem niederländischen Buß- und Reformprediger G. Groote und wurde hauptsächlich von der Gemeinschaft der Brüder vom gemeinsamen Leben getragen. Sie fand Eingang in nahezu allen Ländern Europas, auch in Spanien und Italien; in den Niederlanden und Deutschland wurde sie von der Windesheimer Reformkongregation gefördert.
 
 
A. Hyma: The Christian renaissance. A history of the »D. m.« (Hamden, Conn., 21965).
 
Hier finden Sie in Überblicksartikeln weiterführende Informationen:
 
Ruusbroec und Devotio moderna
 

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De|vo|tio mo|dẹr|na, die; - - [mlat. = neuartige Frömmigkeit]: der deutschen Mystik verwandte religiöse Erneuerungsbewegung des 14.-16. Jh.s.

Universal-Lexikon. 2012.


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